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Der Regenbogen –
Mittler zwischen Anfang und Ende


Mit dem Sonett „Der Regenbogen” von Rose Ausländer beendet die Gesellschaft Raum für Pflanzen die Ausstellungssaison 2006 in der Orangerie Kirchberg. Das Gedicht erschien 1939 in Czernowitz, der Heimatstadt von Rose Ausländer und war titelgebend für ihren ersten, von ihrem Förderer Alfred Margul-Sperber zusammengestellten Lyrikband. Das Frühwerk der Lyrikerin ist weitaus wortreicher als ihre späteren Gedichte, die nach dem Holocaust, in einfacher, klarer unpathetischer Sprache verfasst, keinen Reim mehr zulassen.
Aber bereits im Regenbogen klingt schon ihre „kühne und traurige Stimme” durch, die Marie Lusie Kaschnitz so sehr schätzte.
Poesie taugt nicht für lärmendes Geschehen. Diese Worte von Hildegard Hamm-Brücher zu Rose Ausländer beherzigend, präsentiert Raum für Pflanzen das Sonett in einer ruhigen, das Bild des Regenbogens als Mittler zwischen Himmel und Erde aufgreifenden Form. Der Regenbogen setzt den im Winter 2005 begonnen Zyklus mit Gedichten von Rose Ausländer fort und schlägt zugleich eine Brücke zur „Zeit der Farben”, dem Motto der Ausstellungssaison 2007.

Rose Ausländer, Der Regenbogen
Abb.: Ansicht Textinstallation, Foto: Jochen Ottenstein
Raum für Pflanzen
2006